Vor kurzem kam ein Prozessberater auf mich zu. Er wurde von einem mittelständischen Industriebetrieb beauftragt, eine veraltete Software-Anwendung für das Auftragsmanagement abzulösen, die in die Jahre gekommen ist. Der Betrieb sucht nach einer flexiblen Lösung und möchte wissen, ob die Low-Code-Plattform Ninox hierfür geeignet ist. Eine zentrale Anforderung: Mitarbeiter sollen sich per RFID-„Chip“ am jeweiligen Arbeitsplatz einloggen können.

Geschäftsführung wünscht Transparenz und Flexibilität

Unter „Auftragsmanagement“ verstehen wir in dem Fall den Fertigungsprozess von Metallteilen für (unter anderem) die Automobilindustrie. Die Metallteile werden beispielsweise lasergeschnitten, gebogen, abgekantet oder geschweißt und begegnen uns später beim Autofahren.

Der Betrieb ist sehr fortschrittlich aufgestellt. In der Fertigungshalle kommen hochmoderne Maschinen zum Einsatz und die Geschäftsführung setzt konsequent auf Digitalisierung. Die Bearbeitung der Fertigungsaufträge wird bislang noch von einer eigenentwickelten Software-Anwendung „koordiniert“, die etwas Schwierigkeiten bereitet.

Geschäftsführung, Verwaltung und Vertrieb wünschen sich mehr Transparenz über den Fertigungsprozess bzw. über die Auftragsbearbeitung. Da die bestehende Anwendung nur schwer anpassbar / erweiterbar ist und nur eine Person im Unternehmen den Programmcode der Anwendung beherrscht, soll die Anwendung abgelöst werden.

Bei der Ablösung will der Betrieb auf eine Low-Code-Plattform setzen. Diese Plattformen ermöglichen eine schnelle und individuelle Entwicklung von sehr flexiblen (=anpassungsfähigen) Software-Anwendungen. Ninox ist eine solche Low-Code-Plattform.

RFID-Login mit Ninox in 2 Stunden

Eine spannende Anforderung im Projekt war der Login via RFID-Chip. Die Mitarbeiter in der Fertigung arbeiten an Maschinen, die jeweils über einen Computer-Arbeitsplatz (bzw. Tablet-Arbeitsplatz) verfügen. Jeder Arbeitsplatz besitzt eine Ninox-Lizenz, d. h., der jeweilige Arbeitsplatz ist und bleibt immer in Ninox eingeloggt, nicht der Mitarbeiter.

Um dennoch eine Zugangskontrolle (Passwortschutz) aber auch Nachvollziehbarkeit auf Mitarbeiterebene herzustellen, ist eine gesonderte Authentifizierung via RFID-Chip gewünscht.

Ich hatte bereits Ninox-basierte Anwendungen für das Auftragsmanagement entwickelt. Eine RFID-Login-Funktionalität hatte ich allerdings noch nicht mit Ninox umgesetzt und wollte die Machbarkeit testen. Ich habe meinen RFID-Reader angeschlossen und entsprechende Tabellen und Skripte in Ninox angelegt / entwickelt.

Innerhalb von 2 Stunden hatte ich einen lauffähigen Prototypen:

  • Mitarbeiter können sich mit ihrem RFID-Transponder oder per Passwort-Eingabe anmelden / einloggen.
  • Nur nach erfolgreichem Login ist der Zugriff auf Daten und Funktionen möglich.
  • Logins und Logouts werden nachvollziehbar dokumentiert.
  • Die gesamte Anwendung ist beliebig erweiterbar und anpassbar.
RFID-Login mit Ninox

 

Als Digital-Berater fasziniert mich immer wieder, wie schnell man mit modernen Technologien und Ansätzen tolle Ergebnisse erzielen kann. Auch wenn Low-Code-Plattformen nicht für alle betrieblichen Anwendungsfälle die richtige Lösung sind, so bieten Sie in vielen Fällen das, was viele Unternehmen brauchen: eine pragmatische, bedarfsgerechte Digitalisierung. Einfach anfangen und ausprobieren, was geht. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt weiterentwickelt.